Neubau Parkhotel Heilbronn

Perspektive am Stadtgarten
Die Baustelle im April 2019
Perspektive Hotelvorfahrt und Seminargarten mit Theodor-Heuß-Saal
Städtebaulicher Entwurf mit Hotel und Boardinghouse
Die Baustelle im April 2018
Die Lage des Parkhotels in der Innenstadt von Heilbronn.
Fassade aus weißen Betonfertigteilen
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Die Fertigteile für die Fassade lagern im Fertigteilwerk
Die Fertigteile für die Fassade lagern im Fertigteilwerk

Wett­be­werb 2016 – 1. Preis

Fer­tig­stel­lung Som­mer 2019

Der Hotel­neu­bau ent­wi­ckelt das bestehen­de Ensem­ble der Stadt­hal­le »Har­mo­nie« mit sei­nem Herz­stück, dem Theo­dor-Heuss-Saal wie selbst­ver­ständ­lich wei­ter: Unter Auf­nah­me der vor­han­de­nen Gebäu­de­fluch­ten ent­steht eine ortho­go­na­le, aber orga­ni­sche Kom­po­si­ti­on. Der zehn­ge­schos­si­ge Hotel­bau­kör­per mit 173 Gäs­te­zim­mern sitzt all­sei­tig zurück­ge­setzt auf einem ein­ge­schos­si­gen, voll­stän­dig ver­glas­ten Bau­kör­per, wel­cher Lob­by, Tagungs­räu­me, das Hotel­re­stau­rant und die Haus­braue­rei auf­nimmt. Der durch den Rück­sprung nach oben ent­ste­hen­de Frei­raum eröff­net groß­zü­gi­ge Blick­fel­der auf den Stadt­gar­ten und schafft einen behut­sa­men Über­gang vom öffent­li­chen Bereich zum pri­va­ten Hotel­bau. Im Inne­ren kön­nen die Gäs­te das gesam­te Ensem­ble von der Lob­by bis zur Har­mo­nie auf einer Pro­me­na­de durch­que­ren.

Die Gäs­te­zim­mer und Tagungs­räu­me im ers­ten Ober­ge­schoss erhal­ten einen direk­ten Zugang zu den Dach­ter­ras­sen, die den Park zu einem Teil des Gebäu­des wer­den las­sen. Auch hier zeigt sich der Leit­ge­dan­ke für den Ent­wurf, das Hotel als Ver­an­stal­tungs­ort zu begrei­fen: die Lob­by- und Tagungs­flä­chen sind groß­zü­gig bemes­sen, das Dach­ge­schoss bie­tet einen Ban­kett­saal und eine Bar, wel­che bei­de an eine Ter­ras­se mit Aus­sicht über die Stadt ange­bun­den sind. So wird das Hotel nicht nur eine Unter­kunft für aus­wär­ti­ge Gäs­te, son­dern auch ein Ort für die Bür­ger von Heil­bronn, die hier ihre Fes­te mit Blick auf ihre Stadt fei­ern kön­nen.

Der Ent­wurf knüpft in der Fas­sa­den­ge­stal­tung an die For­men­spra­che der Har­mo­nie aus den 1950er-Jah­ren an: Das Erd­ge­schoss und der Kon­fe­renz­ku­bus auf dem Flach­bau sind voll­stän­dig ver­glast und neh­men die Pro­por­tio­nen des Bestan­des auf. Die plas­tisch gestal­te­te Fas­sa­de des Haupt­bau­kör­pers mit ihren Gesim­sen und Pilas­tern aus wei­ßen Beton­fer­tig­tei­len ent­wi­ckelt dann das The­ma auf eigen­stän­di­ge Wei­se wei­ter und zeigt durch ihre kla­re Ras­te­rung nach außen deut­lich, dass es sich bei dem Gebäu­de um ein Hotel han­delt.

Die eben­so vol­le Ver­gla­sung der Hotel­zim­mer bie­tet den Gäs­ten einen brei­ten Aus­blick auf die Stadt und die angren­zen­den Wein­ber­ge, die Gesim­se sind als schma­le Bal­ko­ne aus­ge­legt und ermög­li­chen dem Hotel­gast einen direk­ten Bezug zum Außen­raum.

Die Ver­wen­dung von rei­nem Sicht­be­ton als Werk­stoff und die damit ver­bun­de­ne Redu­zie­rung der Gewer­ke bringt auch eine Beschleu­ni­gung im Bau­ab­lauf mit sich: die Fas­sa­de wächst direkt mit dem Roh­bau mit. Fens­ter und Gelän­der wer­den von innen her ein­ge­setzt. Es kann dadurch sogar auf ein Fas­sa­den­ge­rüst ver­zich­tet wer­den.

Aus der Beur­tei­lung des Preis­ge­richts
Auf einem ein­ge­schos­si­gen, ver­glas­ten brei­ten Bau­kör­per, der sehr kon­se­quent die vor­han­de­nen Kon­tu­ren der Har­mo­nie auf­greift, ruht – all­sei­tig zurück­ge­setzt – ein schlan­ker läng­li­cher acht­ge­schos­si­ger Bet­ten­trakt. Die­ser beginnt exakt an der Gebäu­de­kan­te des Theo­dor Heuss Saa­les und greift des­halb ver­gleichs­wei­se tief in den Har­mo­nie­gar­ten ein. Ins­ge­samt ent­steht eine sehr über­zeu­gen­de Bau­kör­per­kom­po­si­ti­on mit einer guten Abstim­mung von „Alt und Neu“. Im Ergeb­nis wirkt das Gesamt­en­sem­ble nahe­zu wie aus einem Guss. Den­noch erfährt der Hotel­neu­bau eine ange­mes­se­ne Signi­fi­kanz. […]

Das Erschei­nungs­bild des Neu­baus bringt in ange­mes­se­ner Wei­se die Hotel­nut­zung zum Aus­druck. V.a. das rund­um ein­la­den­de Erd­ge­schoss ist ein gelun­ge­ner Bei­trag für die Lage des Hotels im Park. Die Fas­sa­de des Bet­ten­trakts wirkt durch klei­ne Dif­fe­ren­zie­run­gen der Ebe­nen von Stüt­zen- und Decken­bal­ken wohl­tu­end plas­tisch. […] Ein ins­ge­samt städ­te­bau­lich und archi­tek­to­nisch gelun­ge­ner Ent­wurf.

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