Parkhotel Heilbronn

Perspektive am Stadtgarten
Städtebaulicher Entwurf mit Hotel und Boardinghouse
Perspektive Hotelvorfahrt und Seminargarten mit Theodor-Heuß-Saal
Die Baustelle im April 2018
Die Baustelle Ende August
Fassade aus weißen Betonfertigteilen
Die Baustelle im Dezember 2018 mit Betonfertigteilen – Foto: Mike Vivas
Die Baustelle im Dezember 2018
Die Fertigteile für die Fassade lagern im Fertigteilwerk
Die Fertigteile für die Fassade lagern im Fertigteilwerk
Die Baustelle des Parkhotel Heilbronn im Dezember 2018
Die Baustelle des Parkhotel Heilbronn im Dezember 2018

Wett­be­werb 2016 – 1. Preis

Fer­tig­stel­lung Som­mer 2019

Der Hotel­neu­bau ent­wi­ckelt das bestehen­de Ensem­ble der Stadt­hal­le »Har­mo­nie« mit sei­nem Herz­stück, dem Theo­dor-Heuss-Saal wie selbst­ver­ständ­lich wei­ter: Unter Auf­nah­me der vor­han­de­nen Gebäu­de­fluch­ten ent­steht eine ortho­go­na­le, aber orga­ni­sche Kom­po­si­ti­on. Der zehn­ge­schos­si­ge Hotel­bau­kör­per mit 173 Gäs­te­zim­mern sitzt all­sei­tig zurück­ge­setzt auf einem ein­ge­schos­si­gen, voll­stän­dig ver­glas­ten Bau­kör­per, wel­cher Lob­by, Tagungs­räu­me, das Hotel­re­stau­rant und die Haus­braue­rei auf­nimmt. Der durch den Rück­sprung nach oben ent­ste­hen­de Frei­raum eröff­net groß­zü­gi­ge Blick­fel­der auf den Stadt­gar­ten und schafft einen behut­sa­men Über­gang vom öffent­li­chen Bereich zum pri­va­ten Hotel­bau. Im Inne­ren kön­nen die Gäs­te das gesam­te Ensem­ble von der Lob­by bis zur Har­mo­nie auf einer Pro­me­na­de durch­que­ren.

Die Gäs­te­zim­mer und Tagungs­räu­me im ers­ten Ober­ge­schoss erhal­ten einen direk­ten Zugang zu den Dach­ter­ras­sen, die den Park zu einem Teil des Gebäu­des wer­den las­sen. Auch hier zeigt sich der Leit­ge­dan­ke für den Ent­wurf, das Hotel als Ver­an­stal­tungs­ort zu begrei­fen: die Lob­by- und Tagungs­flä­chen sind groß­zü­gig bemes­sen, das Dach­ge­schoss bie­tet einen Ban­kett­saal und eine Bar, wel­che bei­de an eine Ter­ras­se mit Aus­sicht über die Stadt ange­bun­den sind. So wird das Hotel nicht nur eine Unter­kunft für aus­wär­ti­ge Gäs­te, son­dern auch ein Ort für die Bür­ger von Heil­bronn, die hier ihre Fes­te mit Blick auf ihre Stadt fei­ern kön­nen.

Der Ent­wurf knüpft in der Fas­sa­den­ge­stal­tung an die For­men­spra­che der Har­mo­nie aus den 1950er-Jah­ren an: Das Erd­ge­schoss und der Kon­fe­renz­ku­bus auf dem Flach­bau sind voll­stän­dig ver­glast und neh­men die Pro­por­tio­nen des Bestan­des auf. Die plas­tisch gestal­te­te Fas­sa­de des Haupt­bau­kör­pers mit ihren Gesim­sen und Pilas­tern aus wei­ßen Beton­fer­tig­tei­len ent­wi­ckelt dann das The­ma auf eigen­stän­di­ge Wei­se wei­ter und zeigt durch ihre kla­re Ras­te­rung nach außen deut­lich, dass es sich bei dem Gebäu­de um ein Hotel han­delt.

Die eben­so vol­le Ver­gla­sung der Hotel­zim­mer bie­tet den Gäs­ten einen brei­ten Aus­blick auf die Stadt und die angren­zen­den Wein­ber­ge, die Gesim­se sind als schma­le Bal­ko­ne aus­ge­legt und ermög­li­chen dem Hotel­gast einen direk­ten Bezug zum Außen­raum.

Die Ver­wen­dung von rei­nem Sicht­be­ton als Werk­stoff und die damit ver­bun­de­ne Redu­zie­rung der Gewer­ke bringt auch eine Beschleu­ni­gung im Bau­ab­lauf mit sich: die Fas­sa­de wächst direkt mit dem Roh­bau mit. Fens­ter und Gelän­der wer­den von innen her ein­ge­setzt. Es kann dadurch sogar auf ein Fas­sa­den­ge­rüst ver­zich­tet wer­den.

Aus der Beur­tei­lung des Preis­ge­richts
Auf einem ein­ge­schos­si­gen, ver­glas­ten brei­ten Bau­kör­per, der sehr kon­se­quent die vor­han­de­nen Kon­tu­ren der Har­mo­nie auf­greift, ruht – all­sei­tig zurück­ge­setzt – ein schlan­ker läng­li­cher acht­ge­schos­si­ger Bet­ten­trakt. Die­ser beginnt exakt an der Gebäu­de­kan­te des Theo­dor Heuss Saa­les und greift des­halb ver­gleichs­wei­se tief in den Har­mo­nie­gar­ten ein. Ins­ge­samt ent­steht eine sehr über­zeu­gen­de Bau­kör­per­kom­po­si­ti­on mit einer guten Abstim­mung von „Alt und Neu“. Im Ergeb­nis wirkt das Gesamt­en­sem­ble nahe­zu wie aus einem Guss. Den­noch erfährt der Hotel­neu­bau eine ange­mes­se­ne Signi­fi­kanz. […]

Das Erschei­nungs­bild des Neu­baus bringt in ange­mes­se­ner Wei­se die Hotel­nut­zung zum Aus­druck. V.a. das rund­um ein­la­den­de Erd­ge­schoss ist ein gelun­ge­ner Bei­trag für die Lage des Hotels im Park. Die Fas­sa­de des Bet­ten­trakts wirkt durch klei­ne Dif­fe­ren­zie­run­gen der Ebe­nen von Stüt­zen- und Decken­bal­ken wohl­tu­end plas­tisch. […] Ein ins­ge­samt städ­te­bau­lich und archi­tek­to­nisch gelun­ge­ner Ent­wurf.

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