Ein Hochhaus für den Alexanderplatz

Das Hochhaus öffnet sich mit einer monumentalen Freitreppe zum Alexanderplatz
Wohnung im 30. OG
Die Arbeitsplätze sind mit Blick in die Umgebung angeordnet.
Leselounge mit Blick auf den Alexanderplatz
Atrium der Bibliothek mit großer Freitreppe
Vogelperspektive: der Sockelbau schließt die Platzkante.

 

Ein Hoch­haus für den Alex­an­der­platz

Ent­wurf: Chris­ti­an Speel­manns, 2015

Der Alex­an­der­platz: Wan­del und Poten­ti­al
Der Alex­an­der­platz ist nicht nur immer wie­der ein wich­ti­ger Schau­platz in der Geschich­te Ber­lins gewe­sen, son­dern steht auch für die Iden­ti­tät der Stadt ins­ge­samt: nie­mals voll­endet, stän­dig im Wan­del. Ide­en zu sei­ner Gestal­tung betref­fen unmit­tel­bar sol­che zu Ber­lins Zukunft an sich. Die­ser Ent­wurf möch­te einen Bei­trag zur sinn­vol­len Ent­wick­lung der City Ost leis­ten – für eine lebens­wer­te und zukunfts­fä­hi­ge Stadt.

Bil­dung und Woh­nen im Zen­trum
Die Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner haben es im Bür­ger­ent­scheid zum Tem­pel­ho­fer Feld bestimmt: Für einen neu­en Bau der Zen­tral- und Lan­des­bi­blio­thek (ZLB) muss ein ande­rer Ort gefun­den wer­den. Gleich­zei­tig hat 2014 die Dis­kus­si­on um die Ent­wick­lung der City Ost neue Impul­se erhal­ten. An der Nord­sei­te klafft bis heu­te eine bedeu­ten­de Lücke, aus­ge­rech­net am Filet­stück des Plat­zes. Hier bie­tet sich die Chan­ce, den Alex­an­der­platz fern­ab von wei­te­ren Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die­ser Ent­wurf zeigt einen reprä­sen­ta­ti­ven Bau für die Nut­zung als Biblio­thek und Wohn­ge­bäu­de. Der Alex­an­der­platz gewinnt einen Ort der Bil­dung, der kul­tu­rel­len und sozia­len Teil­nah­me hin­zu. Die ZLB rückt in das Herz der Stadt.

Der Ent­wurf führt gemein­sam mit dem Hines-Hoch­haus die Tor­si­tua­ti­on der Beh­rens-Bau­ten wei­ter. Der Sockel­bau voll­endet die urba­ne Platz­kan­te, öff­net sich aber zum Platz. Das benach­bar­te Hotel­hoch­haus erhält eben­falls einen neu­en Sockel­bau mit Ein­zel­han­dels­flä­chen und Restau­rants am Platz, einer reprä­sen­ta­ti­ven Lob­by für das Hotel, Büros in den Ober­ge­schos­sen, und ein wei­te­res Park­haus.

Zen­tral- und Lan­des­bi­blio­thek
Zen­tra­ler Gedan­ke des Ent­wur­fes ist es, einen direk­ten Bezug zwi­schen Gebäu­de und Stadt her­zu­stel­len, indem es sein leben­di­ges Inne­res sicht­bar macht und sich nach außen öff­net. Das Prin­zip kon­ven­tio­nel­ler Biblio­the­ken wird des­halb umge­kehrt: Statt eines Lese­saals in der Mit­te grup­pie­ren sich umlau­fend Lese-Loun­ges mit atem­be­rau­ben­den Aus­blick auf Platz und Stadt. Im Innern geschützt befin­den sich die Bücher. Als stei­ner­ne Skulp­tur mit mäch­ti­gen Stüt­zen, gefasst von einer glä­ser­nen Hül­le, ver­mit­telt der Biblio­theks­bau zwi­schen der benach­bar­ten Sand­stein­ar­chi­tek­tur und der DDR-Moder­ne.

Eine groß­zü­gi­ge Frei­trep­pe führt hin­auf in das zen­tra­le Atri­um. Einer Tri­bü­ne gleich lässt sich von hier aus das urba­ne Trei­ben auf dem Alex­an­der­platz über­bli­cken. Ein Restau­rant mit Bezug zum Platz hat auch abends nach Schluss der Biblio­thek geöff­net und gibt dem Ort die feh­len­de Gas­tro­no­mie. Auf dem Dach der Biblio­thek lädt der Lese­gar­ten mit stei­ner­nen Rega­len, in denen Kräu­ter wach­sen, und Schat­ten spen­den­den Bäu­men zum Ver­wei­len ein. Die Kan­ti­ne mit Außen­be­reich und der Ver­an­stal­tungs­raum wen­den sich direkt dem Lese­gar­ten zu. Der Ver­an­stal­tungs­be­reich befin­det sich eben­erdig im Sockel und ist unab­hän­gig von der Biblio­thek nutz­bar.

Woh­nen über dem Alex­an­der­platz
Über dem Biblio­theks­bau erhebt sich der mono­li­thi­sche, kris­tal­le­ne Turm mit Woh­nun­gen von 40 bis 250 Qua­drat­me­tern. Das Dia­mant­mus­ter sei­ner Fas­sa­de ver­weist auf das ehe­ma­li­ge DDR-Cen­trum-Waren­haus mit sei­ner Waben­fas­sa­de. Dahin­ter lie­gen­de Win­ter­gär­ten las­sen sich durch raum­ho­he Schie­be­fens­ter in wind­ge­schütz­te Log­gi­en ver­wan­deln, was dem Hoch­haus ein leben­di­ges Erschei­nungs­bild ver­leiht. Die Log­gi­en sind im Gegen­satz zu her­kömm­li­chen Bal­ko­nen auch bei schlech­tem Wet­ter nutz­bar. Dem Tru­bel des Plat­zes abge­wandt errei­chen die Bewoh­ner die Auf­zü­ge in einer Lob­by mit Con­cier­ge an der Alex­an­der­stra­ße. An der Spit­ze des Hoch­hau­ses befin­det sich ein Spa, der auch für exter­ne Gäs­te über eine sepa­ra­te Lob­by geöff­net ist. In Schwimm­bad (28 x 9m), Sau­na, Fit­ness­be­reich und Bar lässt sich bei bes­ter Aus­sicht über die Stadt ent­span­nen und erho­len.

Sockelgeschoss mit Veranstaltungsbereich, Eingangsbereich Wohnen und Ladenlokalen
Eingangsgeschoss der ZLB mit Atrium und Restaurant
4. Geschoss: Berlinstudien und historische Sammlung
5. Geschoss: Fachbereich Naturwissenschaft und Technik
7. Geschoss: Fachbereich Recht
8. Geschoss: Lesegarten und Kantine
20. Geschoss: Wohnungen mit 60 bis 150 m2
30. Geschoss: Wohnungen mit 130 bis 250 m2