Hotel im Stadtgarten Heilbronn

PHH_20170829_Perspektive
Druck
HL Grundrisse
HL Grundrisse

Wett­be­werb 2016 – 1. Preis

Aus­gangs­la­ge und Ansatz
Ziel­set­zung ist es, die Har­mo­nie als Kon­gress- und Tagungs­stät­te zu stär­ken. Mit Blick auf die Stadt­ent­wick­lung ins­ge­samt lässt sich fest­stel­len, dass Heil­bronn für Besu­cher als inno­va­ti­ver Wirt­schafts- und For­schungs­stand­ort fort­lau­fend an Attrak­ti­vi­tät gewinnt. Dane­ben ist wie in allen urba­nen Räu­men auch das Leben der Heil­bron­ner Bür­ger zuneh­mend von Zusam­men­tref­fen wirt­schaft­li­cher, kul­tu­rel­ler oder sozia­ler Art geprägt.

Dieser Überlegung entspringt die Idee, den Hotelbau als Ort aufzufassen, der Begegnung und Zusammenkunft auf vielfältige Weise ermöglicht und zugleich die Bestimmung als »Parkhotel« konsequent umsetzt.

Kon­zept
Grund­la­ge für die Bau­ge­stal­tung ist die bestehen­de städ­te­bau­li­che Kon­stel­la­ti­on der Har­mo­nie mit den sie umge­ben­den Bau­ten. Über die Addi­ti­on von Volu­men ist mit der ers­ten Erwei­te­rung aus dem Jahr 2001 eine orga­ni­sche ortho­go­na­le Kom­po­si­ti­on mit dem Saal­bau als Zen­trum ent­stan­den, die hier wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Wäh­rend der Ent­wurf die geplan­te Bau­flä­che in der Basis voll aus­füllt, setzt er in Bei­be­hal­tung die­ser recht­wink­li­gen Ord­nung den Haupt­bau­kör­per zurück. Der durch die Rück­set­zung nach oben ent­ste­hen­de Frei­raum eröff­net groß­zü­gi­ge Blick­fel­der auf den Stadt­gar­ten und schafft einen behut­sa­men Über­gang vom öffent­li­chen Bereich zum pri­va­ten Hotelbau.

Erschlie­ßung
Die Respek­tie­rung des Stadt­gar­tens als Frei­zeit- und Erho­lungs­stät­te bestimmt die Pla­nung der Zugangs­we­ge. Die Tief­ga­ra­gen­zu­fahrt wird nicht mit­tig, son­dern an der Sei­te posi­tio­niert. Der Stadt­gar­ten öff­net sich so zur Karl­stra­ße hin, die als Hotel­vor­fahrt fun­giert. Har­mo­nie und Hotel erhal­ten dabei eine gemein­sa­me, auch für Groß­fahr­zeu­ge bis 4m Höhe geeig­ne­te Anlie­fe­rung. Der Stadt­gar­ten wird beru­higt, indem der Waren­ver­kehr in das Unter­ge­schoss gelei­tet wird. Der dort star­ten­de Las­ten­auf­zug fährt über die Küche durch­ge­hend bis zu den Tagungs­räu­men im Dachgeschoss.

Dis­po­si­ti­on
Alle drei Fas­sa­den im Erd­ge­schoss sind Vor­der­sei­ten. Die dahin­ter­lie­gen­den Räu­me besit­zen einen direk­ten Zugang zu den attrak­ti­ven Außen­flä­chen – Rück­sei­ten in Rich­tung Stadt­gar­ten wer­den also ver­mie­den. Ein­la­den­de Offen­heit und funk­tio­na­le Effi­zi­enz sind auch die Prin­zi­pi­en für das Inne­re des Ent­wurfs. Im Sin­ne einer Pro­me­na­de kön­nen die Gäs­te ent­lang der Restau­rants das gesam­te Ensem­ble durch­que­ren. Die Tagungs­räu­me und gas­tro­no­mi­schen Berei­che im Erd­ge­schoss sind so ange­ord­net, dass sie fle­xi­bel – wahl­wei­se abge­trennt oder offen ver­bun­den – genutzt wer­den kön­nen. Das zwei­ge­schos­si­ge Foy­er bie­tet durch eine Frei­trep­pe eine natür­li­che Ver­bin­dung zu den Ver­samm­lungs­räu­men im ers­ten Ober­ge­schoss. Die Zim­mer­ge­schos­se zeich­nen sich durch kla­re Orga­ni­sa­ti­on und Grund­riss­öko­no­mie aus. Gro­ße Fens­ter­öff­nun­gen machen die Idee vom Park­ho­tel erleb­bar. Dem­entspre­chend erhal­ten auch alle Ver­samm­lungs­räu­me im ers­ten Ober­ge­schoss direk­ten Zugang zu den Dach­ter­ras­sen, die den Park zu einem Teil des Gebäu­des wer­den las­sen. Leit­ge­dan­ke für den Ent­wurf bleibt die Funk­ti­on des Hotels als Ver­an­stal­tungs­ort: die Lob­by- und Tagungs­flä­chen sind daher groß­zü­gig bemes­sen. So bie­tet auch das Dach­ge­schoss Tagungs­räu­me, denen eine groß­zü­gi­ge Lounge mit Aus­sicht über die Stadt vor­ge­schal­tet ist.

Gestal­tung
Der Ent­wurf knüpft an die For­men­spra­che des angren­zen­den Bestands an und ent­wi­ckelt sie auf zukunfts­fä­hi­ge Wei­se fort. Die plas­tisch gestal­te­te Fas­sa­de des Haupt­bau­kör­pers mit ihren Gesim­sen und Pilas­tern aus geschlif­fe­nen Beton­tei­len mit Zuschlag aus hei­mi­schem Natur­stein stellt einen Bezug zum Stadt­bild her und sorgt für eine lan­ge Wert­hal­tig­keit. Die Außen­wir­kung ist freund­lich, authen­tisch und lädt zur Teil­ha­be ein.

 

Aus der Beur­tei­lung des Preisgerichts
Auf einem ein­ge­schos­si­gen, ver­glas­ten brei­ten Bau­kör­per, der sehr kon­se­quent die vor­han­de­nen Kon­tu­ren der Har­mo­nie auf­greift, ruht – all­sei­tig zurück­ge­setzt – ein schlan­ker läng­li­cher acht­ge­schos­si­ger Bet­ten­trakt. Die­ser beginnt exakt an der Gebäu­de­kan­te des Theo­dor Heuss Saa­les und greift des­halb ver­gleichs­wei­se tief in den Har­mo­nie­gar­ten ein. Ins­ge­samt ent­steht eine sehr über­zeu­gen­de Bau­kör­per­kom­po­si­ti­on mit einer guten Abstim­mung von „Alt und Neu“. Im Ergeb­nis wirkt das Gesamt­en­sem­ble nahe­zu wie aus einem Guss. Den­noch erfährt der Hotel­neu­bau eine ange­mes­se­ne Signifikanz. […]

Das Erschei­nungs­bild des Neu­baus bringt in ange­mes­se­ner Wei­se die Hotel­nut­zung zum Aus­druck. V.a. das rund­um ein­la­den­de Erd­ge­schoss ist ein gelun­ge­ner Bei­trag für die Lage des Hotels im Park. Die Fas­sa­de des Bet­ten­trakts wirkt durch klei­ne Dif­fe­ren­zie­run­gen der Ebe­nen von Stüt­zen- und Decken­bal­ken wohl­tu­end plas­tisch. […] Ein ins­ge­samt städ­te­bau­lich und archi­tek­to­nisch gelun­ge­ner Entwurf.