Parkhotel Heilbronn

Perspektive am Stadtgarten
Städtebaulicher Entwurf mit Hotel und Boardinghouse
Perspektive Hotelvorfahrt und Seminargarten mit Theodor-Heuß-Saal
Die Baustelle im April 2018
Die Baustelle Ende August
Die Baustelle Ende August
Fassade aus Fertigbetonteilen
Die Fertigteile für die Fassade  lagern im Fertigteilwerk
Die Fertigteile für die Fassade  lagern im Fertigteilwerk

Wett­be­werb 2016 – 1. Preis

Aus­gangs­la­ge und Ansatz
Ziel­set­zung ist es, die Har­mo­nie als Kon­gress- und Tagungs­stät­te zu stär­ken. Mit Blick auf die Stadt­ent­wick­lung ins­ge­samt lässt sich fest­stel­len, dass Heil­bronn für Besu­cher als inno­va­ti­ver Wirt­schafts- und For­schungs­stand­ort fort­lau­fend an Attrak­ti­vi­tät gewinnt. Dane­ben ist wie in allen urba­nen Räu­men auch das Leben der Heil­bron­ner Bür­ger zuneh­mend von Zusam­men­tref­fen wirt­schaft­li­cher, kul­tu­rel­ler oder sozia­ler Art geprägt.

»Dieser Überlegung entspringt die Idee, den Hotelbau als Ort aufzufassen, der Begegnung und Zusammenkunft auf vielfältige Weise ermöglicht und zugleich die Bestimmung als »Parkhotel« konsequent umsetzt.«

Kon­zept
Grund­la­ge für die Bau­ge­stal­tung ist die bestehen­de städ­te­bau­li­che Kon­stel­la­ti­on der Har­mo­nie mit den sie umge­ben­den Bau­ten. Über die Addi­ti­on von Volu­men ist mit der ers­ten Erwei­te­rung aus dem Jahr 2001 eine orga­ni­sche ortho­go­na­le Kom­po­si­ti­on mit dem Saal­bau als Zen­trum ent­stan­den, die hier wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Wäh­rend der Ent­wurf die geplan­te Bau­flä­che in der Basis voll aus­füllt, setzt er in Bei­be­hal­tung die­ser recht­wink­li­gen Ord­nung den Haupt­bau­kör­per zurück. Der durch die Rück­set­zung nach oben ent­ste­hen­de Frei­raum eröff­net groß­zü­gi­ge Blick­fel­der auf den Stadt­gar­ten und schafft einen behut­sa­men Über­gang vom öffent­li­chen Bereich zum pri­va­ten Hotel­bau.

Erschlie­ßung
Die Respek­tie­rung des Stadt­gar­tens als Frei­zeit- und Erho­lungs­stät­te bestimmt die Pla­nung der Zugangs­we­ge. Die Tief­ga­ra­gen­zu­fahrt wird nicht mit­tig, son­dern an der Sei­te posi­tio­niert. Der Stadt­gar­ten öff­net sich so zur Karl­stra­ße hin, die als Hotel­vor­fahrt fun­giert. Har­mo­nie und Hotel erhal­ten dabei eine gemein­sa­me, auch für Groß­fahr­zeu­ge bis 4m Höhe geeig­ne­te Anlie­fe­rung. Der Stadt­gar­ten wird beru­higt, indem der Waren­ver­kehr in das Unter­ge­schoss gelei­tet wird. Der dort star­ten­de Las­ten­auf­zug fährt über die Küche durch­ge­hend bis zu den Tagungs­räu­men im Dach­ge­schoss.

Dis­po­si­ti­on
Alle drei Fas­sa­den im Erd­ge­schoss sind Vor­der­sei­ten. Die dahin­ter­lie­gen­den Räu­me besit­zen einen direk­ten Zugang zu den attrak­ti­ven Außen­flä­chen – Rück­sei­ten in Rich­tung Stadt­gar­ten wer­den also ver­mie­den. Ein­la­den­de Offen­heit und funk­tio­na­le Effi­zi­enz sind auch die Prin­zi­pi­en für das Inne­re des Ent­wurfs. Im Sin­ne einer Pro­me­na­de kön­nen die Gäs­te ent­lang der Restau­rants das gesam­te Ensem­ble durch­que­ren. Die Tagungs­räu­me und gas­tro­no­mi­schen Berei­che im Erd­ge­schoss sind so ange­ord­net, dass sie fle­xi­bel – wahl­wei­se abge­trennt oder offen ver­bun­den – genutzt wer­den kön­nen. Das zwei­ge­schos­si­ge Foy­er bie­tet durch eine Frei­trep­pe eine natür­li­che Ver­bin­dung zu den Ver­samm­lungs­räu­men im ers­ten Ober­ge­schoss. Die Zim­mer­ge­schos­se zeich­nen sich durch kla­re Orga­ni­sa­ti­on und Grund­riss­öko­no­mie aus. Gro­ße Fens­ter­öff­nun­gen machen die Idee vom Park­ho­tel erleb­bar. Dem­entspre­chend erhal­ten auch alle Ver­samm­lungs­räu­me im ers­ten Ober­ge­schoss direk­ten Zugang zu den Dach­ter­ras­sen, die den Park zu einem Teil des Gebäu­des wer­den las­sen. Leit­ge­dan­ke für den Ent­wurf bleibt die Funk­ti­on des Hotels als Ver­an­stal­tungs­ort: die Lob­by- und Tagungs­flä­chen sind daher groß­zü­gig bemes­sen. So bie­tet auch das Dach­ge­schoss Tagungs­räu­me, denen eine groß­zü­gi­ge Lounge mit Aus­sicht über die Stadt vor­ge­schal­tet ist.

Gestal­tung
Der Ent­wurf knüpft an die For­men­spra­che des angren­zen­den Bestands an und ent­wi­ckelt sie auf zukunfts­fä­hi­ge Wei­se fort. Die plas­tisch gestal­te­te Fas­sa­de des Haupt­bau­kör­pers mit ihren Gesim­sen und Pilas­tern aus geschlif­fe­nen Beton­tei­len mit Zuschlag aus hei­mi­schem Natur­stein stellt einen Bezug zum Stadt­bild her und sorgt für eine lan­ge Wert­hal­tig­keit. Die Außen­wir­kung ist freund­lich, authen­tisch und lädt zur Teil­ha­be ein.

 

Aus der Beur­tei­lung des Preis­ge­richts
Auf einem ein­ge­schos­si­gen, ver­glas­ten brei­ten Bau­kör­per, der sehr kon­se­quent die vor­han­de­nen Kon­tu­ren der Har­mo­nie auf­greift, ruht – all­sei­tig zurück­ge­setzt – ein schlan­ker läng­li­cher acht­ge­schos­si­ger Bet­ten­trakt. Die­ser beginnt exakt an der Gebäu­de­kan­te des Theo­dor Heuss Saa­les und greift des­halb ver­gleichs­wei­se tief in den Har­mo­nie­gar­ten ein. Ins­ge­samt ent­steht eine sehr über­zeu­gen­de Bau­kör­per­kom­po­si­ti­on mit einer guten Abstim­mung von „Alt und Neu“. Im Ergeb­nis wirkt das Gesamt­en­sem­ble nahe­zu wie aus einem Guss. Den­noch erfährt der Hotel­neu­bau eine ange­mes­se­ne Signi­fi­kanz. […]

Das Erschei­nungs­bild des Neu­baus bringt in ange­mes­se­ner Wei­se die Hotel­nut­zung zum Aus­druck. V.a. das rund­um ein­la­den­de Erd­ge­schoss ist ein gelun­ge­ner Bei­trag für die Lage des Hotels im Park. Die Fas­sa­de des Bet­ten­trakts wirkt durch klei­ne Dif­fe­ren­zie­run­gen der Ebe­nen von Stüt­zen- und Decken­bal­ken wohl­tu­end plas­tisch. […] Ein ins­ge­samt städ­te­bau­lich und archi­tek­to­nisch gelun­ge­ner Ent­wurf.

 

Luft­bil­der: mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von FSW Luft­bil­der